Stuttgart & Leinfelden-Echterdingen

   Telefon  0711  67321471


Was ist zu tun, wenn ein Mensch gestorben ist:
Erste Schritte im Trauerfall


Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidungen und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Es besteht meist genügend Zeit zum Innehalten und Abschied nehmen.


Die Zeit zwischen dem Tod eines Menschen und seiner Beisetzung ist eine besondere. Sie wird so nie wieder zurückkommen.

Auch wenn unter Umständen viel zu entscheiden und zu organisieren ist und sich vielleicht bereits alle Gedanken auf die bevorstehende Trauerfeier richten, ist in diesen Tagen in der Regel immer wieder Zeit, sich vom verstorbenen Menschen zu verabschieden.



Es mag hilfreich sein, sich zu fragen und zu erspüren:

- Was brauche ich für diese Abschiedszeit?

- Was möchte ich jetzt nicht versäumen?

- Wo hätte ich gerne Unterstützung oder Entlastung?

Bevor irgendetwas in die Wege geleitet werden kann, muss eine Ärztin/ein Arzt die Todesbescheinigung ausstellen. In Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Hospizen wird das automatisch veranlasst. Bei einem Sterbefall zu Hause ist das Herbeirufen eines Arztes/einer Ärztin Aufgabe der Angehörigen. Diese ärztlichen Papiere sind die Grundlage für alle weiteren Schritte.

Bei ungeklärter oder nicht natürlicher Todesursache wird die Kriminalpolizei eingeschaltet. Bevor Weiteres unternommen werden kann, muss die Freigabe des beschlagnahmten Leichnams durch die Staatsanwaltschaft abgewartet werden. 


Ein verstorbener Mensch kann nach Eintritt des Todes bis zu 36 Stunden zu Hause bleiben, ehe er in Aufbahrungsräume überführt werden muss (unter Umständen auch noch länger). Viele Krankenhäuser, Senioren- oder Pflegeheime haben spezielle Räume, in denen eine Aufbahrung und ein Abschied vor Ort möglich sind.

Das ist die Regelung in Baden-Württemberg, da aber das Bestattungsgesetz Ländersache ist, gilt in den einzelnen Bundesländern Unterschiedliches.

 

Am Sterbebett und bei der Aufbahrung

Die Frage, ob man einen verstorbenen Menschen nochmals ansehen soll, ist für viele schwer zu entscheiden. Manchen tut es nicht gut, Verstorbene zu sehen.

Für andere ist diese letzte Begegnung sehr wichtig. Lassen Sie jedem die Freiheit, das für sich zu entscheiden. Der eine kann es so, die andere so machen.

Wenn Sie den Wunsch verspüren, Ihren verstorbenen Angehörigen zu sehen, zu berühren, können Sie das tun, auch wenn Krankheit, Unfall oder Zeit den Leib sehr verändert haben.

Wenn Sie diese Begegnung brauchen, geht es nicht in erster Linie um ein ästhetisches Erleben, bei dem alles „schön“ und perfekt sein muss. Es geht um Begreifen, Wahrnehmen, Lebewohl sagen.

In ganz wenigen Fällen sind verstorbene Menschen infektiös (dann, wenn sie zu Lebzeiten an einer infektiösen Krankheit gelitten haben), so dass man sich in besonderer Weise schützen muss. Zumeist aber ist das Berühren eines Leichnams problemlos möglich. „Leichengift“ gibt es nicht.

Sie können bei der Aufbahrung

Blumen auf und um den Verstorbenen legen, Zeichen für Werden u. Vergehen.

Kerzen anzünden, Symbole für das Licht des Lebens und der Liebe.

Geschenke, Bilder, Talismane, Briefe zum Verstorbenen legen.

gemeinsam um das Bett stehen oder sitzen, einander an den Händen halten, ein Gebet oder einen anderen Text sprechen, sich vom Verstorbenen erzählen und spüren, dass Sie - die Lebenden und auch der verstorbene Mensch - eine Gemeinschaft sind.

mit dem Verstorbenen sprechen, sich versöhnen, danke sagen.

einfach verweilen, den Verstorbenen betrachten und seinen Frieden spüren.

 

Um alle folgenden Schritte wie Überführung, Versorgung des verstorbenen Menschen, Formalitäten, Termin und Gestaltung der Bestattung in Ruhe zu besprechen, sollten Sie telefonisch Kontakt mit einem Bestattungsinstitut aufnehmen und einen Gesprächstermin für eine Beratungsgespräch vereinbaren. (Dazu gibt es übrigens keine rechtliche Verpflichtung, doch ohne professionelle Hilfe ist all das kaum zu bewältigen.)

Angehörige dürfen frei entscheiden, welches Institut sie beauftragen.

Die Wahl des Bestattungsunternehmens sollte mit Bedacht getroffen werden.

Wie ist der erste telefonische Kontakt?
Wie wird auf meine Fragen und Wünsche eingegangen?
Erhalte ich bereitwillig und transparent Auskünfte über Preise und Kosten?

Manche Bestattungsunternehmen bieten den Angehörigen an, bei Versorgung, Ankleiden und Einbetten dabei zu sein, andere möchten das nicht. Wenn Ihnen das ein Anliegen ist, sollten Sie das vorab ansprechen und klären.

Es kann (in qualitativer wie in finanzieller Hinsicht) sinnvoll sein, mehrere Bestatter/innen zu kontaktieren und erst dann zu entscheiden, wen Sie beauftragen möchten.



Wenn Sie schon wissen, welche Kleidung der verstorbene Mensch tragen soll, können Sie diese für das Gespräch mit dem Bestatter/der Bestatterin richten. Wenn Sie dafür mehr Zeit brauchen, können Sie die Kleider auch später noch übergeben.

Im persönlichen Gespräch, entweder bei Ihnen zu Hause oder in den Räumen des Bestattungsunternehmens, werden dann unter anderem folgende Dinge besprochen:

  • Aufnahme der Personalien des/der Verstorbenen für die Meldung beim    Standesamt und die weiteren Formalitäten

  • Informationen über Gebühren und Bestattungskosten

  • Festlegung der Bestattungsart (Erde, Feuer, See, Naturbestattung...)

  • Entscheidung über die Grabstätte: Zubettung in ein bestehendes Grab oder Erwerb eines neuen Grabplatzes. Wenn Sie sich für ein neues Wahlgrab entscheiden, wird in der Regel ein Termin vereinbart, an dem Sie dieses vor Ort aussuchen.

  • Absprache mit Friedhofsamt, Geistlicher/Geistlichem bzw. Trauerrednerin/Trauerredner und Festsetzung des Bestattungstermins

  • Auswahl des Sarges und der Sargwäsche. Soll der/die Verstorbene eigene Kleidung anbekommen? Eventuell auch eigene Decke und Kissen?

  • Soll es eine offene Aufbahrung geben oder soll der Sarg geschlossen bleiben?

  • Auswahl der Blumen/Trauerfloristik (das kann auch direkt bei einer Gärtnerei gemacht werden)

  • Auswahl von Musik und Musikern

  • Soll ein Foto des/der Verstorbenen aufgestellt werden?

  • Soll ein Kondolenzbuch ausliegen?

  • Gegebenenfalls Aufgeben einer Todesanzeige und/oder Erstellung von Trauerdruck

  • Gegebenenfalls Hilfe bei der Entscheidung für eine Lokalität im Anschluss an die  Bestattung bzw. Trauerfeier





Es ist sinnvoll, die nächsten Angehörigen und Freunde zeitnah zu verständigen, spätestens wenn der Termin von Trauerfeier bzw. Bestattung feststeht.

Einige Tage vor der Trauerfeier findet ein Gespräch mit dem/r gestaltenden Geistlichen oder Trauerredner/in statt. Es ist gut, sich bereits im Vorfeld zu überlegen, welche besonderen Wünsche es hinsichtlich der Trauerfeier gibt:

- Soll eine spezielle Musik gespielt werden?
- Welche biographischen Daten und Inhalte sollen in der Trauerfeier zur Sprache kommen?
- Wird es Nachrufe geben oder möchten Angehörige einen Teil der Trauerfeier
persönlich gestalten, beispielsweise ein Gedicht oder Musikstück vortragen?


Sie können ...

  • vor der Trauerfeier noch am (offenen oder geschlossenen) Sarg verweilen.

  • dem Verstorbenen Beigaben in den Sarg legen oder legen lassen.

  • bei der Sargschließung dabei bleiben, damit der letzte Blick Ihnen gehört.

  • den Raum und die Grabstätte mit Blumen, Kerzen, Tüchern und anderen Gegenständen gestalten bzw. gestalten lassen.

  • ein Bild oder eine Kollage von Bildern aus dem Leben des Verstorbenen aufstellen.

  • der/dem Geistlichen oder Redner/in Geschichten, Musik und Texte nennen, die in der Ansprache vorkommen sollen.

  • Sie können auch selbst etwas sagen oder tun.

  • zum Abschluss der Feier mit den Angehörigen um den Sarg herumstehen und die Aussegnung so mittragen. Sie können dabei den Sarg berühren oder auch einander an den Händen fassen.

  • die Trauergemeinde am Ende der Feier etwas auf den Sarg schreiben oder legen (Blumen, Kerzen, Steine etc.) lassen. Auch davor oder daneben kann etwas abgelegt werden.

  • den Sarg oder die Urne selbst zum Grab begleiten bzw. tragen.

  • in das Grab (ob Erdbestattung oder Urnenbeisetzung) Dinge mitgeben.

  • beim Schließen des Grabes dabei sein oder sogar selbst mitmachen.

Der Sterbefall ist auf dem Standesamt des Sterbeortes spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag anzuzeigen. Das können Angehörige selbst erledigen, in der Regel übernimmt jedoch das Bestattungsunternehmen diesen Gang für sie.

Am Standesamt sind folgende Dokumente vorzulegen, die Sie am besten bereits für das Gespräch mit dem Bestattungsinstitut richten:

  • Die Todesbescheinigung mit allen Durchschlägen (trat der Tod in einem Hospiz,    Heim oder Krankenhaus ein, liegen diese Papiere dort und werden im Rahmen der  Überführung von dem/r Bestatter/in mitgenommen)

  • Personalausweis oder Reisepass des verstorbenen Menschen

  • ein Auszug aus dem Familienbuch oder -register oder die folgenden Personenstandsdokumente der/des Verstorbenen:
    bei Ledigen: Geburtsurkunde
    bei Verheirateten: Heiratsurkunde
    bei Verwitweten: Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des/r Ehepartners/in
    bei Geschiedenen: Heiratsurkunde und Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk

  • eine sogenannte "Sterbefallanzeige". Ein solches Dokument haben wir hier als pdf-Datei hinterlegt. Sie können es aber auch direkt beim Standesamt bekommen und mit Hilfe der Beamten ausfüllen.
    Wie gesagt: all das kann das Bestattungsinstitut für Sie erledigen.
    Ihre Berater kennen die Abläufe und Ansprechpartner, haben alle nötigen Formulare und können Sie in diesen Dingen entlasten.

  • gegebenenfalls Nachweis über eine Namensänderung

  • gegebenenfalls Nachweis über eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft

  • gegebenenfalls Einbürgerungsurkunde

Alle Unterlagen müssen in deutscher Sprache vorliegen. Sind die Dokumente in einer Fremdsprache abgefasst, bedarf es einer beglaubigten Übersetzung.

Das Standesamt behält einen Teil der Papiere bei sich, andere werden gestempelt und dem/r Anzeigenden zurückgegeben. Sie werden für Friedhofsamt und gegebenenfalls Krematorium und gebraucht. Ebenso stellt das Standesamt die gewünschte Anzahl von Sterbeurkunden aus - manche gebührenfrei, andere gebührenpflichtig.

Diese Urkunden müssen bei verschiedenen Behörden und Institutionen vorgelegt werden (Rentenstelle, Krankenkasse, gegebenenfalls Versorgungsamt, Religionsgemeinschaft, Versicherungen, Banken etc.).

Den damit verbundenen Schriftverkehr kann das Bestattungsinstitut zu einem großen Teil übernehmen. Ebenso kann es Ihnen dabei helfen, einen Überblick über alle notwendigen Abmeldungen zu bekommen.

Siehe dazu auch „Abmeldungen & Erledigungen




Bestattungen Rolf


Bruno-Jacoby-Weg 8
70597 Stuttgart-Degerloch

Neuffenstraße 47
70771 Leinfelden-Echterdingen

 Telefon 0711 67321471 

info@bestattungen-rolf.de
Kontakt-Formular
QR-Code
VCard

Veranstaltungen


Café ZeitenWende
6.  September 2017, 16 Uhr
Treffpunkt für Menschen
in Trauer

Lachen trotz und alledem - Ein Seminar für Menschen in Trauer
16.  September 2017, 14 Uhr
"Wer lachen kann, obwohl ihm nach weinen zumute ist, der bekommt wieder Lust am Leben." Genau darum geht es in diesem Seminar: Die Lust am Leben zu wecken. Die Lust, etwas ganz anderes zu probieren.

Filmtipps


"Die mit den Toten spricht"
Die SWR-Reporterin Andrea Lotter begleitete uns viele Monate lang bei unserer Arbeit, traf sterbende, verstorbene und trauernde Menschen, brachte sie und ihre besonderen Lebensphasen ins Bild.
(ARD-Mediathek)

Medien


Interview
mit Barbara Rolf im domradio zum Thema "Alles Urne oder was?"
Bestattungskultur im Wandel.
(ab Minute 33)


Literaturtipp


Kerstin Gernig porträtierte 21 Menschen, die zu ungewöhnlichen Unternehmern wurden. Eine von ihnen ist Barbara Rolf,

Hintergrundmusik


Titel:  1  |  2   | 3  |  4  |  5  |  6  |  7 



Bestattungen Rolf

Telefon: 0711  67 32 14 71
 

Online:   Kontakt & Anfragen
E-Mail:    info@bestattungen-rolf.de



Niederlassungen
 

Bruno-Jacoby-Weg 8
70597 Stuttgart-Degerloch (Tränke)
Neuffenstrasse 47
70771 Leinfelden-Echterdingen



Wir begleiten Trauerfälle in

Leinfelden-
Echterdingen
Stuttgart
Filderstadt



Wichtiger Hinweis:
Das E-Mail-Postfach unseres Sekretariats wird von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 17 Uhr bearbeitet.
Wenn Sie uns in dringenden Fällen außerhalb dieser Zeiten erreichen möchten, rufen Sie uns bitte unter 01590 4304492 an.

Nach oben · Startseite · Impressum