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Rituale für Zeiten der Trauer


Am Sterbebett / bei der Aufbahrung

Die Frage, ob man einen verstorbenen Menschen nochmals ansehen soll, ist für viele schwer zu entscheiden. Manchen tut es nicht gut, Verstorbene zu sehen.

Für andere ist diese letzte Begegnung sehr wichtig. Lassen Sie jedem die Freiheit, das für sich zu entscheiden. Der eine kann es so, die andere so machen.

Wenn Sie den Wunsch verspüren, Ihren verstorbenen Angehörigen zu sehen, zu berühren, können Sie das tun, auch wenn Krankheit, Unfall oder Zeit den Leib sehr verändert haben.

Wenn Sie diese Begegnung brauchen, geht es nicht in erster Linie um ein ästhetisches Erleben, bei dem alles „schön“ und perfekt sein muss. Es geht um Begreifen, Wahrnehmen, Lebewohl sagen.



In ganz wenigen Fällen sind verstorbene Menschen infektiös (dann, wenn sie zu Lebzeiten an einer infektiösen Krankheit gelitten haben), so dass man sich in besonderer Weise schützen muss. Zumeist aber ist das Berühren eines Leichnams problemlos möglich. "Leichengift" gibt es nicht.


Sie können bei der Aufbahrung …
  • Blumen auf und um den Verstorbenen legen, Zeichen für Werden und Vergehen.
  • Kerzen anzünden, Symbole für das Licht des Lebens und der Liebe.
  • Geschenke, Bilder, Talismane, Briefe zum Verstorbenen legen.
  • gemeinsam um das Bett stehen oder sitzen, einander an den Händen halten, ein Gebet oder einen anderen Text sprechen, sich vom Verstorbenen erzählen und spüren, dass Sie – die Lebenden und auch der verstorbene Mensch – eine Gemeinschaft sind.
  • mit dem Verstorbenen sprechen, sich versöhnen, danke sagen.
  • einfach verweilen, den Verstorbenen betrachten und seinen Frieden spüren.


Auf dem Friedhof, am Tag der Trauerfeier oder Bestattung
An diesem Tag gehen Sie einen schweren und großen Schritt auf dem Weg des Abschieds. Die Stunde ist da, in der Sie den Leib, den Körper Ihres lieben Verstorbenen aus Ihren Händen geben und loslassen müssen.



Alle Religionen und Kulturen formulieren – wenn auch in ganz verschiedener Weise - die Hoffnung, dass mit dem Leib nicht alles vergeht, dass Wesentliches bleibt und weiterlebt.

Vielleicht finden auch Sie ein wenig Halt in diesem uralten Menschheitswissen? Vielleicht spüren auch Sie etwas von dem Lebendigen, das den Tod überdauert?


Sie können -  und dürfen ...
  • vor der Trauerfeier noch am (offenen oder geschlossenen) Sarg verweilen.
  • dem Verstorbenen Beigaben in den Sarg legen oder legen lassen.
  • bei der Sargschließung dabei bleiben, damit der letzte Blick Ihnen gehört.
  • den Raum und die Grabstätte mit Blumen, Kerzen, Tüchern und anderen Gegenständen gestalten bzw. gestalten lassen.
  • ein Bild oder eine Kollage aus dem Leben des Verstorbenen aufstellen.
  • der/dem Geistlichen oder Redner/in Geschichten, Musik und Texte nennen, die in der Ansprache vorkommen sollen.
  • Sie können auch selbst etwas sagen oder tun.
  • zum Abschluss der Feier mit den Angehörigen um den Sarg herumstehen und die Aussegnung so mittragen. Sie können dabei den Sarg berühren oder auch einander an den Händen fassen.
  • die Trauergemeinde am Ende der Feier etwas auf den Sarg schreiben oder legen (Blumen, Kerzen, Steine etc.) lassen. Auch davor oder daneben kann etwas abgelegt werden.
  • den Sarg oder die Urne selbst zum Grab begleiten bzw. tragen.
  • in das Grab (ob Erdbestattung oder Urnenbeisetzung) Dinge mitgeben.
  • beim Schließen des Grabes dabei sein oder sogar selbst mitmachen.


Zu Hause

Die Wohnung wird für viele Trauernde zum ambivalenten Ort. Durch ihre Dünnhäutigkeit, das Chaos im Kopf und in den Emotionen, die geringe Belastbarkeit ziehen sie sich gerne in die eigenen vier Wände zurück. Diese Umgebung ist vertraut, gibt Sicherheit und Geborgenheit.



Zugleich kann es ganz schwer sein, die Wohnung auszuhalten. Alles erinnert an den geliebten Menschen, er fehlt in jedem Raum, überall sind seine Spuren. Es kann doch nicht sein, dass er nie wieder durch diese Tür kommen, nie wieder an diesem Tisch, in diesem Sessel sitzen wird.

Manche haben das Bedürfnis, alles ganz schnell zu verändern, umzustellen, die Sachen des Verstorbenen wegzutun. Andere können es besser aushalten, wenn alles erstmal bleibt wie es ist. Das eine ist nicht besser oder schlechter als das andere.

Machen Sie das so, wie es für Sie richtig ist.


Sie können …
  • Tagebuch führen, dem Sie alles anvertrauen, was Sie bewegt.
  • Erinnerungen sammeln, indem Sie sie aufschreiben oder indem Sie "Schatzkiste" füllen mit Gegenständen, Bildern, Briefen, die Sie mit dem Verstorbenen verbinden.
  • Briefe an den Verstorbenen schreiben, in denen Sie von sich erzählen. Sie können schreiben, was Sie besonders vermissen, wofür Sie danke sagen, was Sie erlebt haben und vieles mehr. Sie können auch Belastendes, Fehler und Schuldgefühle benennen, ebenso Ungesagtes und Versäumtes. Einen solchen Brief können Sie aufbewahren oder vergraben (im Grab?). Sie können ihn auch verbrennen. Feuer reinigt und vertilgt. Zudem kann der aufsteigende Rauch Zeichen dafür sein, dass ihre Worte und Gedanken den Weg zum Verstorbenen finden.
  • Malen, Musizieren, Singen und Tanzen sind Wege, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und werden von vielen Menschen als sehr befreiend erlebt. Man staunt, welch kreatives Potential Menschen in Trauer haben.
  • ein Kleidungsstück des verstorbenen Menschen tragen, das vielleicht noch nach ihm riecht, um sich ihm auch körperlich nahe zu fühlen.
  • die Lieblingsmusik des Verstorbenen hören.



Das Grab – ein neuer Ort für dich, ein neuer Ort für mich

Für manche Menschen ist der Friedhof keine Stelle der Begegnung, an der sie ihren Verstorbenen finden und besuchen können. Für andere wird das Grab zu einem ganz wichtigen Ort, zu einem Platz, an dem sie etwas für den verstorbenen Menschen tun, ihm nahe sein und etwas erzählen können.



Auch hier gibt es nicht „richtig“ oder „falsch“. Schauen Sie, wie das für Sie ist und beziehen Sie die Grabstätte dementsprechend mehr oder weniger in Ihr Leben, Ihren Alltag ein.


Sie können …
  • dem Steinmetz sagen, dass Sie beim Entwerfen und ggf. auch Herstellen des Grabmales mitarbeiten möchten.
  • an besonderen Tagen auch den Verstorbenen beschenken (Nikolaus, geschmückter Christbaum, Osternest, Geschenk zum Hochzeitstag, Geburtstagsgeschenk).
  • mit der Bepflanzung sehr viel darstellen und ausdrücken. Die meisten Blumen haben auch eine symbolische Bedeutung, die Sie, wenn Sie wollen, berücksichtigen können.
  • an bestimmten Tagen am Grab zusammenkommen, ein Gebet oder einen Text sprechen, Erinnerungen austauschen, singen, etwas niederlegen und vielleicht etwas essen oder trinken, was der Verstorbene früher gerne zu sich genommen hat. In vielen Ländern ist es Sitte, dann und wann am Friedhof zu essen, um mit den Verstorbenen Gemeinschaft zu haben und zu teilen.


Dein Bild trag ich in meinem Herzen für immer

Bilder - in unseren Köpfen, auf Papier, als Dias oder Filmaufnahmen - sind kostbare Erinnerungen, die von Begegnungen, Erlebnissen und Beziehungen erzählen.

Oft genügt ein einzelnes Bild, um eine ganze Situation wieder aufleben zu lassen.



Bilder sind Vergewisserungen, dass dieser Mensch zu unserer Welt gehörte und gehört, dass der gemeinsame Weg Wirklichkeit war. Wenn Erinnerungen verblassen und Trauernde das Gefühl haben, dass ihnen der verstorbene Mensch irgendwie „abhanden“ kommt, können Bilder wertvolle Brücken sein, einander nahe und vertraut zu bleiben.



Sie können …
  • an einem besonderen Ort ein Bild des verstorbenen Menschen aufstellen. Sie können Kerzen, Blumen, Gegenstände, Briefe dazulegen und sich so eine ganz private und individuelle Stelle der Erinnerung schaffen.
  • ein Bild des Verstorbenen in Ihrer Brieftasche oder in einem kleinen Amulett bei sich tragen, als Zeichen, dass er Sie weiter begleitet und auch im Alltag zu Ihnen gehört.
  • Freunde, Familienmitglieder und Bekannte bitten, Fotos oder Filme zu suchen, die sie im Laufe der Zeit von dem Menschen gemacht haben, um den Sie trauern. Diese können Sie gemeinsam ansehen und darüber ins Gespräch kommen. Sie können sich auch alleine damit beschäftigen und vielleicht ein Erinnerungsalbum mit Bildern und Texten zusammenstellen.
  • das Bild in die Grabgestaltung integrieren. Bei uns sieht man das noch selten, in anderen Ländern ist das ein gängiger Brauch. Wie die Blumen auf dem Grab erzählt das Bild vom Leben. Es kann schmerzlich sein, das Bild zu sehen, es kann aber auch helfen, sich dankbar zu erinnern.


Meine Brücken und Verbindungen zu dir

Wenn ein Mensch stirbt, geht unendlich viel verloren. Als leibliches Gegenüber, als unmittelbarer Gesprächspartner und „greifbarer“ Begleiter ist er nicht mehr da.



Wenn immer wieder gesagt wird, dass Trauernde „loslassen“ müssen, stimmt das - bezogen auf diese Bereiche.

Zugleich gibt es zahlreiche Wege und Möglichkeiten, mit dem Verstorbenen in Verbindung zu bleiben und eine - wenn auch stark gewandelte - Beziehung mit ihm zu leben.


Sie können …
  • Orte aufsuchen, an denen Sie gerne zusammen waren.
  • Dinge aufheben, die von dem Verstorbenen „erzählen“ oder die nach ihm riechen.
  • mit dem Verstorbenen sprechen, ihm sagen, was Sie bewegt, was Ihnen schwer fällt, was Sie geschafft haben, worauf Sie stolz sind und ihn bitten, Ihnen Kraft zu schicken.
  • durch die folgende Körperübung spüren, dass sich Himmel und Erde berühren:
    Stellen Sie sich aufrecht mit beiden Füßen hüftbreit auf die Erde, die Knie sind nicht durchgedrückt. Die Arme hängen locker herunter. Spüren Sie zu den Füßen hin, Sie haben guten Bodenkontakt. Verwurzeln Sie sich durch die Füße in die Erde. Nun heben Sie Ihre Arme nach oben und strecken sich zum Himmel hin. Spüren Sie, wie Sie ausgespannt sind zwischen Himmel und Erde. Nun führen Sie die Hände hinunter und legen sie gekreuzt vor den Brust-Herz-Raum. Verweilen Sie kurz in dieser Haltung und spüren Sie die Kraft die in Ihnen ist, die Ihnen geschenkt ist. Jetzt lassen Sie die Hände wieder sinken. Drehen Sie sich um 180 Grad und beginnen Sie die Übung von vorne.


Weitergehen auf meinem Weg

Unsere Hinweise enden hier - Ihr Weg geht weiter. Schritt für Schritt gehen Sie durch diese Welt, die sich durch den Trauerfall grundlegend, vielleicht in allem verändert hat. Schritt für Schritt müssen Sie lernen, sich neu zu finden und zurechtzukommen.



Es wird bessere Tage geben und schwere. Der verstorbene Mensch kann im Laufe der Zeit einen neuen, gewandelten Platz in Ihrem Leben haben und Ihnen zum verlässlichen Begleiter werden. Es braucht viel Zeit, aber Sie werden eines Tages wieder mehr und mehr Boden unter Ihren Füßen spüren.

Sie werden weiterkommen und sich entwickeln. Für die Zeiten, die vor Ihnen liegen, möchten wir Ihnen hier noch einige Anregungen geben.


Sie können …
  • an besonderen Tagen (wie Geburtstag, Hochzeitstag, Namenstag, Todestag) innehalten, Freunde einladen, das Grab oder einen anderen wichtigen Ort eine Kerze anzünden, Bilder anschauen, eine bestimmte Musik hören.
  • an Weihnachten einen Zweig des Christbaums abbrechen, als Zeichen dafür, dass Sie in Trauer sind und dies für Sie keine „fröhliche Weihnachzeit“ ist.
  • an Silvester eine Rakete nur für Ihren Verstorbenen in den Himmel schicken, der Sie Ihren Dank, Ihre Bitten, Ihre Wünsche mitgeben.
  • die Jahreszeiten bewusst erleben und gestalten, um immer mehr zu verstehen von dem Werden und Vergehen, das Grundlage allen Lebens ist.


Wünsche

Hoffnung soll in Ihrem Leben sein, die Ihnen immer wieder Kraft zum Weitermachen gibt.

In Ihren Dunkelheiten sollen Lichter brennen, in Ihren Nächten Sterne leuchten.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihrer Trauer und Ihren Tränen trauen, trauen Sie auch Ihrer Freude und Ihrem Glück. Beides gehört zu einem erfüllten Leben.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Träume immer ein klein wenig stärker sind als das, was Sie ängstigt und dass Friede und Freude Sie begleiten - alle Tage Ihres Lebens.

Barbara Rolf




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Veranstaltungen


Wanderung für Menschen in Trauer
25.  November 2017, 10 Uhr
Wir laden alle Menschen in Trauer ein, sich mit uns gemeinsam auf den Weg zu machen.

Café ZeitenWende
6.  Dezember 2017, 16 Uhr
Treffpunkt für Menschen
in Trauer

Adventsliedersingen
10.  Dezember 2017, 18 Uhr
Wir möchten Sie zum Adventsliedersingen einladen, um den Alltag zu unterbrechen und der Botschaft des Advents Raum zu geben.

Filmtipps


"Die mit den Toten spricht"
Die SWR-Reporterin Andrea Lotter begleitete uns viele Monate lang bei unserer Arbeit, traf sterbende, verstorbene und trauernde Menschen, brachte sie und ihre besonderen Lebensphasen ins Bild.
(ARD-Mediathek)

Medien


Interview
mit Barbara Rolf im domradio zum Thema "Alles Urne oder was?"
Bestattungskultur im Wandel.
(ab Minute 33)


Literaturtipp


Kerstin Gernig porträtierte 21 Menschen, die zu ungewöhnlichen Unternehmern wurden. Eine von ihnen ist Barbara Rolf,

Hintergrundmusik


Titel:  1  |  2   | 3  |  4  |  5  |  6  |  7 



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